Europäische Akademie für Glasmalerei - Stiftung

 

Ziel der Akademie

Glasmalerei ist seit dem frühen Mittelalter ein hohes Kulturgut der europäischen Gesellschaft. Als monumentale, architekturabhängige Kulturzeugnisse sind Glasmalereien nicht nur Kunstwerke, sondern dokumentieren zugleich auch die Generationengeschichte. Mit ihrer fächerübergreifenden Ausrichtung sind sie in der kulturwissenschaftlichen Behandlung jedoch äußerst schwierig.

Die Stiftung bemüht sich um die interdisziplinäre Erforschung des geistigen Zusammenhangs bezüglich Geschichte, Kulturgeschichte, Kunstgeschichte, Kirchengeschichte, Theologie, Recht, Soziologie, Politologie, Philosophie, Wirtschaft.

 

Aktuelle Mitteilungen

  • 21.11.2016: Abschlussveranstaltung zum Projekt Erhebung Glasmalerei in NRW und Gründungsfeier der Akademie
  • 21.10.2016: Regierungspräsidentin überreicht Anerkennungsurkunde für „Europäische Akademie für Glasmalerei – Stiftung“ (siehe auch: Pressemitteilung der Bezirksregierung Düsseldorf)
 

Forschung

  • Durchführung von Forschungsvorhaben
  • Durchführung wissenschaftlicher Veranstaltungen
  • Veröffentlichung von Forschungsergebnissen
  • Vermittlung der Ikonographie
 

Forschungs-
themen

Drei Untersuchungsbereiche sollen zum Start der Akademie in Angriff genommen werden. Dabei sind Studierende und Wissenschaftler aller Disziplinen eingeladen, sich in Einzeluntersuchung an dieser Forschung zu beteiligen.

 

1. Die Kultur der Katholiken im 19. und 20. Jahrhundert am Beispiel der Glasmalerei.(Beschreibung anzeigen)

Im Unterschied zu Kunst, Literatur, Malerei, Musik ist die Glasmalerei eine Kulturform, auf die der Gläubige, der Bürger, direkten Einfluss nahm. Er als Einzelperson oder in einer Gruppe (z.B. Vereinsmitglied) bestimmte als Stifter und Auftraggeber oft in langen Diskussionen die Kirchenausstattung, deren Highlight die Glasmalerei bildet. Die Glasmalerei ist als historische Quelle noch nie untersucht worden. Dabei spiegeln sich in ihr die Vorstellungen, Gedankengänge und Ideale der Bevölkerung. Die Entstehungsprozesse von Glasmalereien lassen Rückschlüsse auf gesellschaftliche Strukturen zu, auf Bildungsgrad, politische Vorgaben, Moden, u.ä. Die monumentale Glasmalerei kommt einer Bild gewordenen Selbstdarstellung der Gemeinde und der Kirche gleich, die es zu entschlüsseln und zu lesen gilt, um das Geschichtsbild, das wir der Nachwelt hinterlassen, zu vervollständigen.

 

2. Das Ornament in der Glasmalerei.(Beschreibung anzeigen)

In keiner Kunstgattung spielt das Ornament eine so große Rolle wie in der Glasmalerei. Weit über die Hälfte aller Glasmalereien sind nicht-figurativ bzw. nicht mit bildlichen Themen verbunden. Nicht nur die in der Geschichte immer wieder neu geführten Diskussionen um die Darstellbarkeit Gottes oder ideologische Gründe wie die Kunstauffassung der Zisterzienser, auch Architektur- und Kirchenbauimmanente Gründe führten zu dieser Art der Darstellung. Das Ornament ist jedoch nicht nur künstlerische Schmuckform, sondern auch Bedeutungsträger, man denke an Pflanzen- und Tierornamentik.
Seit etwa den 1960er Jahren kommt das Ornament nicht mehr vor; das Wissen um die Bedeutung der Ornament-Symbole ist in Vergessenheit geraten. Dabei scheinen gerade diese Zeichen Hinweise auf die Geisteswelt der Auftraggeber zu beinhalten, die bislang noch nie untersucht worden sind.

 

3. Der Lichtgedanke in der Glasmalerei.(Beschreibung anzeigen)

Die Lichtmystik ist untrennbar mit den großen Fensteröffnungen der gotischen Kathedralen verbunden, die zugleich Licht spenden wie Glauben verkünden, und mit Abt Suger, dem Erbauer der gotischen Mutterkirche St. Denis, der auf die Ideenwelt des Areopagiten Dionysius (um 500) zurückgreift. Die Kirchenfenster verhüllen und enthüllen gleichermaßen das Geheimnis des Lichts, das nach christlichem Glauben in Gott seinen Ursprung hat.
Neben den theologisch-philosophischen Überlegungen bestimmen viele weitere Aspekte den Lichtgedanken. Abhängig von Architektur und geographischem Kulturgebiet wird das einfallende Farblicht sehr unterschiedlich wahrgenommen. Das hell gleißende Licht der die Altäre anstrahlenden Barockkirchen steht in krassem Gegensatz zu den dunkel mystischen Kirchenräumen des Nordens. Psychologische Wirkungen sind noch nicht hinreichend untersucht worden. Dabei laden die durch Glasmalereien erzeugten Atmosphären zur geistigen Erholung ein, übt farbiges Licht eine wohltuende Wirkung auf den Menschen aus.

 

Zusammenarbeit

Grundlage ist die Dokumentation, die die „Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh. e.V.“ zur Verfügung stellt.

 

Vorstand

Dipl.-Ing. Ernst Jansen-Winkeln

 

Kuratorium

Dr. phil. Dipl.-Ing. Annette Jansen-Winkeln (Vorsitzende)
Kulturstaatssekretär a.D. Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff
Prof. Dr. Karl-Joseph Hummel
Prof. Dr. Thomas Sternberg
Apostolischer Nuntius em. Dr. Jean-Claude Périsset (Ehrenmitglied)

 
 

Impressum

Inhaltlich Verantwortlicher gemäß § 10 Absatz 3 MDStV:
Dipl.-Ing. Ernst Jansen-Winkeln
Winkeln 66
D-41068 Mönchengladbach
Tel.: 02161-952767 EMail: stiftung_glas (at) t-online.de

Copyright:
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